Übung macht den Meister

Ein Höhepunkt im vergangenen Jahr war die Exkursion nach Isny zur Firma Blaser. Neugierig und mit vielen Fragen im Gepäck sind wir pünktlich um 07.30 ins Allgäu aufgebrochen. Erwartet wurden wir dort von Gunther Stoschek. Er ist seit fast 30 Jahren bei Blaser und hat die wechselvolle Geschichte der Allgäuer Büchsenmacherei selbst mit erlebt.

Es begann mit einer Romanze
Angefangen hat alles ganz romantisch. Der Unternehmer Horst Blaser hatte sich in die Tochter eines Büchsenmachers aus Isny verliebt. Doch um sie heiraten zu können, musste er selbst ins Handwerk einsteigen, so verlangte es der Schwiegervater. Horst Blaser nahm die Herausforderung an und revolutionierte die Herstellung von Jagdwaffen. 1960 wird die erste Büchse maschinell in Serie gefertigt. Nach dem tragischen Jagdunfall eines Freundes entwickelt Horst Blaser den Handspanner. 1971 kommt das erste Modell ohne Stecher auf den Markt.

Turbulente Jahre
1985 verkauft Horst Blaser seine Firma an den Geschäftsmann und passionierten Jäger Gerhard Blenk. In den kommenden Jahren erlebt die Firma Blaser einen riesigen wirtschaftlichen Erfolg. Dann wird das Unternehmen im Jahr 2000 an die Schweizer SIG verkauft. Schon ein halbes Jahr später aber will sich die SIG von der gesamten Jagdwaffenherstellung trennen, Blaser droht das Aus. Zwei Privatunternehmer und begeisterte Jäger aus dem Münserland hören davon und springen ein. Sie kaufen der SIG die Sparte Jagdwaffen ab und führen das Unternehmen erfolgreich weiter.

Der präzise Schuss
Nach dem Ausflug in die Firmengeschichte, löchern wir Herrn Stoschek mit Fragen. Bei Leberkäs und Kartoffelsalat stärken wir uns für den zweiten Teil der Exkursion: das Schießtraining.

Zuerst üben wir den richtigen Kontrollschuss. Entscheidend ist das Einrichten der Waffe. Wenn der Schütze entspannt und unverkrampft sitzt,

wenn beide Arme sicher aufliegen und wenn auch die Waffe optimal gelagert ist, trifft man automatisch in den Zehner. Das ist Voraussetzung zum richtigen Einschießen. Wichtig: Wo ist das Absehen beim Schuss.

Vorsicht, die Waffe nicht krampfhaft in die Schulter pressen und die Augen offen lassen.

Dann gehts los
Nach dem Training am 100 Meter Stand geht's ins Schießkino. Dort üben wir unsere Schießfertigkeit auf einen Rehbock und Schwarzwild. Das ist gar nicht so einfach, wenn alle anderen hinter der Glasscheibe zuschauen, zumal es dabei nicht nur um den präzisen Schuss, sondern auch ums richtige Ansprechen geht. Jeder Fehler wird sichtbar.

Schließlich erhalten wir noch Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Das ist faszinierend aber auch ernüchternd. Denn die Büchsenmacher aus Isny arbeiten längst nicht mehr in einer romantischen Werkstatt. Statt Drehbank und Feile sehen wir modernste elektronisch gesteuerte Technik.